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NÜRNBERGER BURG-POKALIm Rahmen des NÜRNBERGER BURG-POKALs wird die Aufgabe St-Georg-Special gefordert. Diese wurde von Dr. Reiner Klimke aus der bestehenden Prüfung St. Georg entwickelt und ist für sieben- bis neunjährige Dressurpferde besonders geeignet.


Die Aufgabe St-Georg-Special – Auf was die Richter achten

Dauer: ca. 5 ½ Minuten
Viereck: 20 x 60 m

1. Einreiten: Qualität der Grundgangarten und Übergänge. Halten, Anlehnung und Genick.
Geschlossen stehen, gerade, alle vier Beine belastend – absolute Ruhe, nur auf dem Gebiss darf das Pferd kauen, ein Zeichen gelöster Aufmerksamkeit. Die erste Bewegung sollte ein Trabtritt auf einer geraden Vorwärtslinie sein.

2. Starker Trab: Regelmäßigkeit, Elastizität, Balance. Aktivität der Hinterhand, Überfußen. Rahmenerweiterung, Übergänge bei M und K.
Auf der Diagonalen sollen deutliche Übergänge vom versammelten zum starken Trab gezeigt werden, indem die Tritte raumgreifender werden und der Takt erhalten bleibt.

3. Trab-Traversale: Regelmäßigkeit und Qualität des Trabs.
Harmonische Einleitung und Rückführung, Erhalt von Takt und Fluss.

4. Auf die Mittellinie abwenden, nach links traversieren, Gleichmaß der Längsbiegung, Versammlung, Balance, Bewegungsfluss, Kreuzen der Beine. Das Pferd ist bei dieser Seitwärts-/Vorwärtsbewegung gering in der Richtung gebogen, bei einer gezeigten Parallelität zur langen Seite und ggfs. geringen Führung der Vorhand.

5. In der Mitte der langen Seite Umstellen des Pferdes nach rechts und traversieren (s. o.).

6. Starker Trab: Regelmäßigkeit, Elastizität, Balance. Aktivität der Hinterhand, Überfußen. Rahmenerweiterung.
Exakt vom Bahnpunkt H über X, die Mitte der Bahn, nach F. Die Hinterbeine sollen bei dieser Verstärkung besonders gut unter den Körper treten, um Last aufzunehmen.

7. Trabübergänge: Taktsicherheit, Bewegungsfluss, Rahmenveränderung, genaue und geschmeidige Ausführung der Übergänge. D. h. Wechsel des Tempos oder der Gangart in der Vorwärtstendenz, ist die Dokumentation der Durchlässigkeit, sprich des Gerittenseins und Gehorsams des Pferdes, bei einer kaum sichtbaren Hilfengebung durch den Reiter.

8. Starker Schritt: Takt, Rückentätigkeit, Fleiß, Überfußen, Schulterfreiheit, das Sich-an-die-Hand-Herandehnen.
Der Schritt, die aussagekräftigste Gangart, beeinflusst vom Gebäude und Interieur des Pferdes. Die Vorhand des Pferdes greift weit aus der Schulter kommend nach vorne, die Hinterhufe treten weit unter den Pferdeleib und damit über die Spur der Vorderhufe.

9. Schritt-Pirouette: Regelmäßigkeit, Fleiß, Versammlung, Größe, Stellung und Biegung, Vorwärtstendenz, Beibehalten des Viertakts.
Aus dem versammelten Schritt, der fleißig und im Takt bleiben muss und bei dem die Hinterhufe nicht über die Abdrücke der Vorhand kommen, tritt das Pferd aus einer geringen Linksstellung mit nicht nachlassender Fußfolge der Hinterhand auf kleinstem Halbkreis herum.

10. Regelmäßigkeit, Vorwärtstendenz (siehe Lektion 9).
Fleißig auf kleinstem Halbkreis fußende Hinterhand bei entsprechender Biegung und Stellung des Pferdes nach rechts.

11. Versammelter Schritt: Takt, Rückentätigkeit, Fleiß, Verringerung des Raumgriffs, Erhabenheit.
S. o. Lektion 8 und erkenne: Der Schritt ist so wichtig, dass die Wertnote verdoppelt wird.

12. Versammelter Galopp: Genaue Ausführung und Fluss des Übergangs. Qualität des Galopps.
Gerades Angaloppieren, im Takt mit einer weit unter-greifenden Hinterhand.

13. Galopp-Pirouette: Versammlung, Selbsthaltung, Balance, Größe, Stellung und Biegung. Korrekte Anzahl der Galoppsprünge (3 – 4). Qualität des Galopps vor und nach der halben Pirouette.
In der sauber gesprungenen Pirouette nach rechts, ohne Takt und Tempoverlust, bleibt die Fußfolge mit Ausdruck erhalten und sichtbar: Die Hinterhufe drehen z. B. nicht auf der Stelle.

14. Fliegender Wechsel: Qualität und Versammlung des Außengalopps. Korrektheit, Balance, Bewegungsfluss, Bergauftendenz und Geraderichtung des fliegenden Galoppwechsels.
Das Pferd springt vom Rechtsgalopp in den Linksgalopp. Das sollte gerade nach vorne und ohne zu schwanken sein; ohne dass z. B. die Hinterhand nachspringt, beide Hinterfüße parallel springen oder die Kruppe hochgeworfen wird.

15. Galopp-Pirouette: Entsprechend der Lektion 13, nur jetzt nach links.

16. Fliegender Wechsel: Entsprechend der Lektion 14, von den Außengalopp in den Handgalopp umspringen.

17. Mittel-Galopp: Qualität des Galopps, Vergrößerung der Galoppsprünge und Rahmenerweiterung. Balance, Bergauftendenz, Geraderichtung. Beide Übergänge.
Mittelgalopp auf der Diagonalen. Erkennbar verlängerte Sprünge mit optimalem Bodengewinn. Vor der Ecke die Sprünge weich, aber deutlich zurücknehmen zum versammelten Galopp.

18. Galopp-Traversale: Qualität des Galopps, Versammlung, Gleichmaß der Längsbiegung, Bewegungsfluss, Fliegender Wechsel.
Bei A Mitte der kurzen Seite auf die Mittellinie abbiegen, von dem imaginären Bahnpunkt D unter Beibehaltung von Schwung und Takt nach rechts traversieren (siehe auch Lektion 3, Trab-Traversale). Die Qualität des Galopps vor und nach dem Wechsel, siehe auch Lektion 14.

19. Galopp-Traversale: Qualität des Galopps, Versammlung, Gleichmaß der Längsbiegung, Bewegungsfluss.
Aus dem Galoppwechsel kommend befindet sich das Pferd schon in einer leichten Anlehnung nach links und kann so zu dem gedachten Bahnpunkt G traversieren.

20. Galopp-Serien-Wechsel: Korrektheit, Balance, Bewegungsfluss, Bergauftendenz, Geraderichtung.
Die Qualität des Galopps vor und nach den Serienwechseln. Ohne schwanken, fünf Wechsel zu vier Sprüngen, d. h. fünf gut eingeteilte Wechsel auf der Diagonalen, gesprungen jeweils beim vierten Galoppsprung.

21. S. o. Lektion 20.
Nun fünf fliegende Wechsel zu drei Sprüngen, d. h. jeder dritte Galoppsprung ist ein Wechsel und dies fünfmal.

22. Starker Galopp: Qualität des Galopps. Schwungentfaltung, Vergrößerung der Galoppsprünge und Rahmenerweiterung. Balance, Bergauftendenz, Geraderichtung. Unterschied zum Mittelgalopp.
Maximaler Raumgewinn, wobei Versammlung und Gehorsam des Pferdes nicht verloren gehen dürfen.

23. Fliegender Wechsel: Qualität des fliegenden Galoppwechsels auf der Diagonalen. Genauer und geschmeidiger Übergang.
Geschmeidige Rückführung zum versammelten Galopp mit gesetztem, gut durchgesprungenem Wechsel.

24. Rückwärtsrichten: Qualität des Haltens. Durchlässigkeit, Geschmeidigkeit und Geraderichtung. Genauigkeit der diagonalen Trittzahl.
Halten nicht auslaufend; bei einer guten Parade ist die Hinterhand gut untergetreten und erleichtert das Rückwärtsrichten (der deutlichste Beweis für eine saubere Ausbildung und Durchlässigkeit). Die diagonale Fußfolge der Rückwärtsbewegung entspricht der in der Vorwärtsbewegung. Dann aber kein Halt, sondern fließend nach vorne in den Mitteltrab.

25. Übergänge: Taktsicherheit, Bewegungsfluss, genaue und geschmeidige Ausführung der Übergänge.
Eine zusätzliche Bewertung durch die Richter für die aussagekräftigen Übergänge – Prüfstein für Geschmeidigkeit und Harmonie.

26. Mitteltrab: Regelmäßigkeit, Elastizität, Balance, Engagement der Hinterhand, Verlängerung der Tritte und Rahmenerweiterung.
Der prompte Antritt zum Mitteltrab aus der Rückwärtsbewegung, und das auf gerader Linie, ist nach den kräfteraubenden Lektionen schon eine Abfrage der Kondition.

27. Halten: Qualität der Grundgangart, Halten und Übergänge, Geraderichtung, Anlehnung und Genick.
Alle vier Beine gerade nebeneinander, von vorne oder der Seite sind deckungsgleich nur zwei Beine zu sehen (siehe auch Lektion 1).

 
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